Grüner Tee – der natürliche Fatburner

 

Die Weihnachtstage liegen hinter uns, das neue Jahr hat begonnen und wie jedes Jahr wird auch 2013 mit einer Reihe an guten Vorsätzen begonnen haben. Ein beliebter ist dabei ohne Frage der Verlust ein paar lästiger Pfunde und selbst diejenigen, die von guten Vorsätzen an Silvester nicht viel halten, werden möglicherweise mit Blick auf den kommenden Sommer über die nächste Diät nachdenken. Eng damit verbunden ist oftmals die Frage nach bestimmten Supplementen, die möglicherweise beim Fettabbau hilfreich sein könnten. Lässt man dabei diverse bunte Dosen mit kryptischen Namen außen vor, wird man um ein Supplemente in keinen Fall herum kommen: Grüner Tee.

Heilmittel in chinesischer Tradition

Die Wurzeln des grünen Tees liegen dabei nicht etwa in den Marketingstrategien gewiefter Supplementhersteller, sondern können über 4000 Jahre zurück nach China verfolgt werden. Dennoch dauerte es bis ins 17. Jahrhundert, dass der Aufguss erstmals seinen Weg nach Europa fand und bereits Anfang des 19. Jahrhunderts als Medizin in Apotheken angeboten wurde.

Dass diese Vermarktung durchaus gerechtfertigt ist, zeigen in den letzten Jahren immer mehr Studien. So hat grüner Tee unter anderem positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem1, scheint das Krebsrisiko zu senken2 und kann die Wirkung von Antibiotika unterstützen3. Nichtsdestotrotz werden die meisten Leser vermutlich mehr an der versprochenen Wirkung in der Diät interessiert sein.

 

Grüner Tee als natürlicher Fat Burner

Eine aktuelle Veröffentlichung im International Journal of Sport Nutrition and Exercise Metabolism stellt heraus, dass Supplemente, die einen Gewichtsverlust versprechen, in der Regel in eine von vier Kategorien einzuteilen sind:

  1. Produkte, die die Aufnahme von Fett oder Kohlenhydraten blockieren
  2. Stimulanzen, die zur Erhöhung der Thermogenese genutzt werden
  3. Produkte, die eine Änderung des Stoffwechsels und Verbesserung der Körperzusammensetzung versprechen und
  4. Produkte, die den Appetit zu unterdrücken oder ein Gefühl von Fülle geben sollen.

Dass die wenigsten Produkte dabei ernsthafte Untersuchungen vorweisen können, die die Versprechen untermauern, ist den meisten Lesern sicherlich nicht neu4. Supplemente sind keine Wundermittel, die einem Disziplin und Geduld abnehmen, sondern sollten letztendlich als sinnvolle Ergänzung zu einem gesunden Lebensstil verstanden werden, der die eigenen Vorhaben realisiert.

Geduld bleibt eine Tugend

Dennoch kann grüner Tee – neben Koffein – als einer der ernsthaften natürlichen Fat Burner genannt werden, wie Meta-Studien in der Vergangenheit immer wieder zeigten5, 6. Wer sich allerdings vom Konsum des Grünen Tees einen rapiden Fettverlust erhofft, muss an dieser Stelle enttäuscht werden. Nach nur wenigen Tagen Unterstützung durch grünen Tee kann noch kein signifikanter Anstieg der Fettverbrennung beobachtet werden7, 8.

Nach acht bzw. zwölf Wochen konnten Forscher dagegen tatsächlich eine gesteigerte Fettverbrennung feststellen. In den Untersuchungen profitierten bei gleichzeitigem Krafttraining und einer angepassten Ernährung die Gruppen, die täglich grünen Tee zu sich nahmen signifikant9, 10

 

 

Das Geheimnis des Erfolges: die Polyphenole

Neben dem anregenden Koffein im grünen Tee, das früher auch als Teein bezeichnet wurde, verdankt der chinesische Aufguss seine positiven Wirkungen in der Diät vor allem den Polyphenolen. Diese natürlichen Oxidantien werden noch einmal in Flavnoide und Catechine unterschieden, was an dieser Stelle nicht für weitere Verwirrung sorgen soll, aber bei der Betrachtung von Fat-Burner-Supplementen hilfreich sein könnte. 

Als wichtigste Catechine im grünen Tee sind dabei Epikatechin, Epikatechin-3-Gallat, Epigallokatechin und vor allem Epigallokatechin-3-Gallat (bzw. EGCG) zu nennen. Diese senken nicht nur die Fettspeicherung in der Leber und kontrollieren den Blutzuckerspiegel, sondern sorgen in Verbindung mit Koffein auch zu dem in der Diät gewünschtem thermogenetischen Effekt.

Grüner Tee als Supplement

Während die Catechine auf der einen Seite für alle hier genannten Vorteile verantwortlich sind, sorgen sie gleichzeitig für den frisch-herben Geschmack, der typisch für diese Teesorte ist. Wer diesen vermeiden will, kann allerdings ohne Bedenken auf die Extrakte in Form von Supplementen zurückgreifen.

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2004 kam sogar zu dem Ergebnis, dass eine Supplementierung mit Hilfe von grünen Tee Extrakt sogar eine verbesserte Aufnahme der Polyphenole ermöglicht11. Wer also zu faul ist, sich täglich frischen grünen Tee zu kochen, kann ernsthaft darüber nachdenken, auch außerhalb der Diät aufgrund zahlreicher gesundheitlicher Vorteile täglich grünen Tee zu supplementieren.

Schluss

Grüner Tee ist keine Wunderwaffe im Kampf gegen die Pfunde. Wer sich erhofft, mit Hilfe des chinesischen Aufgusses die Diät lockerer angehen zu können und dennoch erfolgreich an Körperfett zu verlieren, wird ohne Frage enttäuscht werden. Dennoch kann grüner Tee nicht nur eine natürliche Unterstützung, sondern auch ein psychologischer Faktor beim Durchstehen der Diät sein - und das ist als Bonus neben den gesundheitlichen Vorzügen sicherlich nie zu unterschätzen.

03.04.2016 | 8960 Aufrufe